Wenn du deine Rufnummer mitnehmen möchtest, brauchst du einen Portierungsauftrag beim neuen Anbieter. Die Mitnahme und die Kündigung des alten Vertrags sind unterschiedliche Vorgänge. Plane beide gemeinsam, damit deine Nummer erhalten bleibt und du Restkosten nicht übersiehst. Diese Anleitung führt dich von der Vorbereitung bis zum Funktionstest.
Welche Regeln für die Mitnahme gelten
Eine Mobilfunknummer kannst du auch vor dem Ende des bisherigen Vertrags zu einem anderen Anbieter mitnehmen. Der alte Vertrag läuft dadurch weiter und muss bis zu seinem Ende bezahlt werden. Für die Mitnahme dürfen dir keine direkten Entgelte berechnet werden. Nach Vertragsende besteht der Anspruch, die Mitnahme noch bis zu einem Monat danach zu beantragen; längere Anbieterfristen sind möglich. (Anbieterwechsel und Rufnummernmitnahme: § 59 TKG)
Behandle diese Frist als letzte Absicherung und nicht als Planungsempfehlung. Beginne früh genug, um Rückfragen zu lösen. Notiere das bestätigte Vertragsende, den gewünschten Termin des neuen Anschlusses und den Stand des Portierungsauftrags getrennt. So erkennst du, ob du einen nahtlosen Wechsel oder bewusst eine vorzeitige Mitnahme organisierst.
Die Daten vor der Bestellung abgleichen
Öffne das Kundenkonto des bisherigen Anbieters und kontrolliere den Anschlussinhaber. Vergleiche Name, Geburtsdatum und weitere abgefragte Vertragsdaten mit dem neuen Auftrag. Die Bundesnetzagentur empfiehlt ausdrücklich, die Kundendaten beim Wechsel abzugleichen. (Bundesnetzagentur: Anbieterwechsel) Eine andere Schreibweise oder ein früherer Nachname kann Rückfragen auslösen.
Bestellst du bisher für ein Familienmitglied, kläre einen erforderlichen Inhaberwechsel vor dem Portierungsauftrag. Nutze keine geschätzten Daten. Halte außerdem den tatsächlichen bisherigen Vertragspartner fest. Der auf der Rechnung genannte Anbieter ist aussagekräftiger als eine Netzvermutung anhand der Vorwahl. Bei Markenwechseln hilft unser Anbieter-Check für freenet und klarmobil.
Vorzeitig oder zum Vertragsende portieren
Bei einer vorzeitigen Mitnahme kann zunächst eine Freigabe beim bisherigen Anbieter erforderlich sein, häufig als Opt-in bezeichnet. Frage nach dem vorgesehenen Ablauf und der Gültigkeitsdauer. Anschließend beauftragst du beim neuen Anbieter die Mitnahme zum passenden Zeitpunkt. Ein gesetztes Opt-in ist für sich genommen noch kein abgeschlossener Portierungsauftrag.
Wenn du zum Vertragsende wechseln möchtest, vergleiche die Optionen im Bestellformular genau. Prüfe insbesondere, ob der neue Anbieter auch die Kündigung übernimmt oder ob du sie selbst erklären sollst. Ein Hinweis „Rufnummer mitnehmen“ beantwortet diese Frage nicht automatisch. Lass dir Kündigung und Portierung jeweils bestätigen.
Den Umschalttag vorbereiten
Halte die neue SIM und die Zugangsdaten bereit. Informiere wichtige Kontakte, wenn du in einem kritischen Zeitraum kurzfristig schwer erreichbar sein könntest. Für dringende Aufgaben wie Banking oder eine Reisebuchung ist ein zusätzlicher Wiederherstellungsweg sinnvoll. Bei einem Smartphonewechsel sollten Datenübertragung und Rufnummernumstellung möglichst nicht ungeplant gleichzeitig stattfinden.
Nach der Umschaltung prüfst du eingehende und ausgehende Anrufe, SMS sowie mobile Daten. Kontrolliere, welche Nummer beim Angerufenen erscheint. Ein vorübergehend zugeteilter Anschluss kann im Kundenkonto noch an einer anderen Stelle auftauchen. Aktualisiere Messengereinstellungen nur, wenn das verwendete Konto tatsächlich auf eine andere Nummer umgestellt werden soll.
Ablehnungen und Verzögerungen strukturiert lösen
Fordere bei einer Ablehnung den konkreten Grund an. Vergleiche dann Kundendaten, Anbieterbezeichnung, Freigabestatus und ausgewählte Portierungsart. Mehrere parallele Aufträge erschweren die Zuordnung. Korrigiere lieber den bestehenden Vorgang und halte Ansprechpartner sowie Auftragsnummer schriftlich fest.
Beispiel: Der neue Anbieter meldet einen nicht passenden Anschlussinhaber. Du findest im alten Konto noch den früheren Nachnamen. Lass zunächst klären, welche Datengrundlage für die Mitnahme verwendet werden soll, und stimme danach die Korrektur ab. Eine neue Bestellung mit einer weiteren Schreibweise ist keine saubere Lösung.
Wechselbonus erst nach erfüllten Bedingungen einplanen
Prüfe den Bonus separat vom Portierungsrecht. Aktionsfristen, berechtigte Herkunftsanbieter und ein zusätzlicher Antrag können darüber entscheiden, ob du Geld erhältst. Rechne vorsichtshalber auch ohne Bonus. Der neue Anschluss sollte finanziell tragbar bleiben, wenn die Prämie später oder nicht ausgezahlt wird.
Muss ich den alten Vertrag zusätzlich kündigen?
Kläre, wer die Kündigung tatsächlich übernimmt. Eine vorzeitige Rufnummernmitnahme beendet deinen bisherigen Vertrag nicht. Nutze dazu die Kündigungs-Checkliste.
Was mache ich, wenn die Mitnahme festhängt?
Bitte den neuen Anbieter um den dokumentierten Bearbeitungsstand. Bewahre Terminbestätigung und Fehlermeldungen auf. Bei ungelösten Problemen bietet die Bundesnetzagentur Informationen und Beschwerdewege zum Anbieterwechsel. (Bundesnetzagentur: Anbieterwechsel)
Wissen in deinen Vergleich mitnehmen
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