Starlink vor dem Start in Bosnien? Lizenzverfahren läuft bereits
Starlink könnte seinem offiziellen Start in Bosnien und Herzegowina einen entscheidenden Schritt näher gekommen sein. Das Satelliteninternet von SpaceX verfügt inzwischen über eine eigene Gesellschaft im Land. Noch wichtiger: Bereits am 22. Mai 2026 wurde bei der Regulierungsbehörde für Kommunikation (RAK) ein Antrag für die Bereitstellung von Internetzugangsdiensten eingereicht.
Das Genehmigungsverfahren läuft derzeit. Damit wird aus den bisherigen Gesprächen über einen möglichen Starlink-Start ein zunehmend konkretes Vorhaben.
Starlink gründet eigene Gesellschaft in Sarajevo
Neue Informationen zum aktuellen Stand gehen aus einer Antwort des Ministeriums für Kommunikation und Verkehr von Bosnien und Herzegowina auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Admir Čavalić hervor.
Demnach hatte Kommunikations- und Verkehrsminister Edin Forto bereits im vergangenen Jahr Gespräche mit Vertretern von Starlink geführt.
Dabei ging es nicht ausschließlich um die Bereitstellung von Satelliteninternet. Auch eine mögliche Zusammenarbeit bei E-Government, der Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie Kommunikationssystemen für Naturkatastrophen und andere Notfälle wurde thematisiert.
Aus den Gesprächen folgte schließlich ein sehr konkreter Schritt: Mit Starlink BH d.o.o. Sarajevo wurde eine eigene Gesellschaft in Bosnien und Herzegowina registriert.
Starlink beantragte am 22. Mai 2026 die Genehmigung
Am 22. Mai 2026 folgte der für einen tatsächlichen Marktstart besonders wichtige Schritt. Starlink stellte bei der Regulatorna agencija za komunikacije (RAK) einen Antrag auf die erforderliche Genehmigung für die Bereitstellung von Internetzugangsdiensten.
Die RAK hat das entsprechende Verfahren bereits eröffnet und die von Starlink eingereichten Dokumente geprüft.
Dabei wurden offenbar noch Punkte festgestellt, die ergänzt werden müssen. Die Regulierungsbehörde hat deshalb zusätzliche beziehungsweise vervollständigte Unterlagen angefordert.
Das Genehmigungsverfahren läuft aktuell weiter. Eine endgültige Entscheidung wurde bislang nicht bekannt gegeben.
Genehmigung würde auch die Republika Srpska betreffen
Wichtig ist in diesem Zusammenhang die Zuständigkeit der RAK. Die Kommunikationsregulierungsbehörde ist auf staatlicher Ebene für Bosnien und Herzegowina zuständig.
Damit umfasst ihre Zuständigkeit grundsätzlich sowohl die Föderation Bosnien und Herzegowina als auch die Republika Srpska und den Brčko-Distrikt.
Bei dem laufenden Verfahren geht es somit nicht lediglich um einen Starlink-Start in Sarajevo oder einzelnen Landesteilen, sondern um die regulatorische Grundlage für das Angebot von Internetdiensten in Bosnien und Herzegowina.
Je nach konkreter Infrastruktur und Umsetzung können daneben weitere lokale oder technische Genehmigungen erforderlich sein.
Wann startet Starlink in Bosnien und Herzegowina?
Einen konkreten Termin gibt es bislang nicht. Der offizielle Marktstart hängt insbesondere davon ab, wann das laufende Verfahren abgeschlossen und die erforderliche Genehmigung erteilt wird.
Die Entwicklung der vergangenen Monate zeigt jedoch, dass Starlink mittlerweile wesentlich weiter ist als bei den ersten Berichten über einen möglichen Markteintritt:
- Gespräche zwischen der Regierung und Starlink
- Gründung von Starlink BH d.o.o. Sarajevo
- 22. Mai 2026: Einreichung des Antrags bei der RAK
- Prüfung der Starlink-Unterlagen durch die Behörde
- Anforderung ergänzender Dokumente
- Genehmigungsverfahren läuft
Von einem bestätigten oder unmittelbar bevorstehenden Start sollte dennoch noch nicht gesprochen werden. Solange die endgültige Genehmigung fehlt, bleibt offen, wann Starlink sein reguläres Angebot freischalten kann.
Starlink könnte vor allem auf dem Land interessant werden
Der Markteintritt könnte für viele Haushalte in Bosnien und Herzegowina eine interessante Alternative zu klassischen Internetanschlüssen darstellen.
Das gilt insbesondere für ländliche und schwer erreichbare Regionen. Dort ist der Ausbau von Glasfaser, Kabelnetzen oder anderen schnellen Festnetztechnologien aufgrund der Entfernungen und vergleichsweise geringen Bevölkerungsdichte teilweise wirtschaftlich schwierig.
Starlink benötigt dagegen keine klassische Leitung bis zum Haus. Die Verbindung erfolgt über eine Satellitenantenne und das aus zahlreichen Satelliten im niedrigen Erdorbit bestehende Starlink-Netzwerk.
Damit kann die Technologie grundsätzlich auch Häuser und Grundstücke erreichen, die weit von größeren Städten und vorhandenen Breitbandnetzen entfernt liegen.
Starlink in Bosnien bereits im Praxistest ausprobiert
Interessant ist, dass Kollegen von SmartphoneAmigo.de Starlink bereits in Bosnien und Herzegowina getestet und ihre Erfahrungen ausführlich dokumentiert haben.
Dort erfahrt ihr, wie sich Starlink in der Praxis vor Ort nutzen lässt und welche Erfahrungen mit der Satellitenverbindung gemacht wurden:
🛰️ Starlink in Bosnien im Praxistest
Wie funktioniert Starlink in Bosnien und Herzegowina? SmartphoneAmigo hat es bereits ausprobiert.
Dabei muss allerdings zwischen der technischen Nutzung beziehungsweise einem Praxistest und einem offiziellen kommerziellen Marktstart von Starlink in Bosnien und Herzegowina unterschieden werden. Für Letzteren ist das laufende regulatorische Verfahren entscheidend.
Starlink-Angebote und Verfügbarkeit prüfen
In zahlreichen europäischen Ländern ist Starlink bereits regulär verfügbar. Wer sich über die Technik, Hardware und derzeit angebotenen Starlink-Tarife informieren möchte, findet die aktuellen Informationen direkt bei Starlink:
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Unsere Einschätzung: Der Starlink-Start wird konkreter
Die neuen Informationen sind ein deutliches Signal. Eine eigene Gesellschaft in Sarajevo und ein bereits seit dem 22. Mai 2026 laufendes Genehmigungsverfahren sind wesentlich konkreter als frühere Gespräche und Absichtserklärungen.
Für einen offiziellen Start fehlt allerdings noch ein entscheidender Schritt: die erforderliche regulatorische Genehmigung.
Sollte diese erteilt werden, könnte Starlink insbesondere in ländlichen Regionen von Bosnien und Herzegowina eine spannende Alternative zu DSL, Mobilfunk und dem vielerorts noch nicht verfügbaren Glasfaseranschluss darstellen.
Wir werden die Entwicklung weiter verfolgen und berichten, sobald es Neuigkeiten zur Genehmigung oder einem möglichen Starttermin gibt.
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